Staffelmiete

Die Staffelmiete ist eine schrittweise Anpassung des Mietzinses in einer bestimmten Höhe und in bestimmten Zeitintervallen, auf die sich Mieter und Vermieter bei Vertragsabschluss einigen. Es wird im Mietvertrag genau beschrieben, wann und in welcher Höhe (absolut oder prozentual) die Miete steigen soll. Die Anpassung der Miete erfolgt schriftlich, ohne dass der Vermieter ein Mieterhöhungsverlangen einreichen oder Fristen abwarten muss.1 Staffelmietvereinbarungen können sowohl für Wohnraum- als auch Gewerberaummietverträge vereinbart werden. Allerdings gelten dabei unterschiedliche Regelungen.

Staffelmiete bei Wohnräumen:
Gemäß § 557 a BGB können Staffelmieten für jeden beliebigen Zeitraum vereinbart werden. Die Miete bzw. die jeweilige Erhöhung ist in der Staffelmietvereinbarung als Geldbetrag auszuweisen. Gemäß § 557 a Abs. 1 BGB muss dabei die Miete mindestens ein Jahr unverändert bleiben.
Sonstige Mietanpassungsmöglichkeiten wie die Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete oder eine Mieterhöhung wegen Modernisierung sind gemäß § 557 a Abs. 2 BGB ausgeschlossen während der Laufzeit der Staffelmietvereinbarung.2
Wie die Marktmiete darf auch die Staffelmiete gemäß § 5 WiStG und § 291 StGB gewisse Grenzen nicht übersteigen.3
Nach § 557 a Abs. 3 BGB kann bei der Staffelmietvereinbarung das gesetzliche Kündigungsrecht des Mieters für bis zu vier Jahre ausgeschlossen werden.4

Staffelmiete bei Gewerberäumen:
Die besonderen Vorgaben der Staffelmietvereinbarung für Wohnraum gelten bei Geschäftsraummietverträgen nicht. Das bedeutet, dass auch eine prozentuale Anpassung des Mietzinses vereinbart werden kann. Allerdings empfiehlt es sich, die Mieterhöhung dennoch in absoluten Beträgen zu vereinbaren, um Missverständnisse zu vermeiden.5
Ferner können die Anpassungsintervalle im Gegensatz zum Wohnraum weniger als ein Jahr betragen. Neben der Staffelmietvereinbarung können bei Gewerbemietverträgen weitere Vereinbarungen getroffen werden wie zum Beispiel eine Staffelmiete als Grundmiete zuzüglich einer Umsatzmiete.6
Für den Mieter ergibt sich im Zusammenhang mit der Staffelmiete das Risiko, dass sich die zu zahlende Miete im Laufe der Zeit erheblich von der Marktmiete abweichen kann. Allerdings kann sich dies auch vorteilhaft für den Mieter auswirken, sofern die Markmiete stärker steigt, als die vertraglichen Mietanpassungen.7
  • 1 Vgl. Gondring, Hanspeter (2009): Immobilienwirtschaft. Handbuch für Studium und Praxis, 2. Aufl. Stuttgart, S. 593-594.
  • 2 Vgl. Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus (2014): Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 756-757.
  • 3 Vgl. Kleiber (2014): Verkehrswertermittlung von Grundstücken. Kommentar und Handbuch zur Ermittlung von Marktwerten (Verkehrswerten) und Beleihungswerten sowie zur steuerlichen Bewertung unter Berücksichtigung der ImmoWertV, 7. Aufl. Köln, S. 1767.
  • 4 Vgl. Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus (2014): Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 756-757.
  • 5 Vgl. Gondring, Hanspeter (2009): Immobilienwirtschaft. Handbuch für Studium und Praxis, 2. Aufl. Stuttgart, S. 593-594.
  • 6 Vgl. Sailer, Erwin; Grabener, Henning J.; Matzen, Ulf (Hrsg.) (2014): Immobilien-Fachwissen von A-Z. Das Lexikon mit umfassenden Antworten und Erklärungen auf Fragen aus der Immobilienwirtschaft, 10 Aufl. Kiel, S. 911.
  • 7 Vgl. Gondring, Hanspeter (2009): Immobilienwirtschaft. Handbuch für Studium und Praxis, 2. Aufl. Stuttgart, S. 593-594.
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: 22.01.2019