Nettoanfangsrendite

Die Nettoanfangsrendite ist der Quotient aus Nettomieteinnahmen und Bruttokaufpreis einer Immobilie. In der internationalen immobilienwirtschaftlichen Praxis wird der Begriff unterschiedlich interpretiert. So werden die Nettomieteinnahmen und der Bruttokaufpreis teilweise unterschiedlich definiert.1
Die Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e.V. (gif) entwickelte daher einen Standard, der für die immobilienwirtschaftliche Praxis Anwendung finden sollte. Demnach wird die Nettoanfangsrendite wie folgt berechnet:

 

 Abbildung: Nettoanfangsrendite
Quelle: Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. (2011): Netto-Anfangsrendite. Abrufbar im Internet. URL: http://www.gif-wiki.de/w/Netto-Anfangsrendite, Stand: 10.08.2015.

Die Jahresnettomieteinnahmen verstehen sich nach Abzug der nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten. Der Brutto-Kaufpreis versteht sich als Kaufpreis zuzüglich der Erwerbsnebenkosten wie beispielsweise Maklercourtage, Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten etc.2
Die Nettoanfangsrendite erweitert damit die Bruttoanfangsrendite um die Komponenten der nicht umlagefähigen Betriebskosten sowie der Erwerbsnebenkosten. Aufgrund der einfachen und schnellen Berechnung sowie der geringen Komplexität stellt die Nettoanfangsrendite eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung von Immobilieninvestitionen dar. Sie ermöglicht einem Investor den Vergleich mit anderen Objekten und die Einschätzung der relativen Wirtschaftlichkeit. Allerdings enthält sie aufgrund der statischen Betrachtung lediglich eine geringe Aussagekraft über die zukünftige Entwicklung der Immobilie. So bleiben wichtige Bewertungskriterien wie die aktuelle Vermietungssituation, der Instandhaltungszustand oder das Mietsteigerungspotential außer Acht.3
Dennoch erfreut sich die Kennzahl aufgrund ihrer geringen Komplexität hoher Beliebtheit. So wird sie gemeinsam mit der Bruttoanfangsrendite oft als einziges Renditemaß zur Beurteilung einer Immobilieninvestition herangezogen. Aufgrund der statischen und stichtagsbezogenen Betrachtung kann dies für den tatsächlichen wirtschaftlichen Erfolg einer Immobilie allerdings zu massiven Fehleinschätzungen führen.

  • 1 Vgl. Sailer, Erwin; Grabener, Henning J.; Matzen, Ulf (Hrsg.) (2014): Immobilien-Fachwissen von A-Z. Das Lexikon mit umfassenden Antworten und Erklärungen auf Fragen aus der Immobilienwirtschaft, 10. Aufl. Kiel, S. 729.
  • 2 Vgl. Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung e. V. (2011): Netto-Anfangsrendite. Abrufbar im Internet. URL: http://www.gif-wiki.de/w/Netto-Anfangsrendite, Stand: 10.08.2015.
  • 3 Vgl. Schultheiß, Tobias (2010): 100 Immobilienkennzahlen, 2. Aufl. Wiesbaden, S. 69.
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: 17.01.2019