Investor Relations

Als Investor Relations (IR) bezeichnet man investorengerichtete Maßnahmen, die strategisch angelegt, kommunikativ und vertrauensschaffend sind und dazu dienen, langfristig den Wert eines Kapitalanlagevehikels (z.B. Fonds oder Aktiengesellschaft) zu erhalten und zu steigern. Häufig werden auch die Begriffe Investoren- bzw. Kapitalgeberpflege synonym verwendet. Investor Relations ist als Kombination der Disziplinen Marketing, Finanzen und Unternehmenskommunikation zu verstehen. IR verfolgt das Ziel, aktuellen und potentiellen Investoren kontinuierlich eine realitätsnahe Übersicht über die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung des Anlagevehikels zu geben. Auf diese Weise wächst das Vertrauen in die Unternehmung. Durch gesteigertes Vertrauen reduziert sich die Risikoprämie, die Anleger für Investments verlangen. Dies führt zu einer Reduzierung der Kapitalkosten für das Unternehmen. Dadurch können langfristig Investorenbindung, sowie bei AGs eine Optimierung des Aktienkurses und eine Steigerung des Unternehmenswertes erzielt werden.1
Um diese Ziele zu erreichen, werden unterschiedliche Instrumente verwendet. Hierzu gehören eine bewusste Dividenden-und Emissionspolitik und eine umfangreiche Informationsbereitstellung durch Geschäftsberichte, Zwischenberichte sowie individuelle Maßnahmen wie der Versand von Beratungs- und Informationsbriefen an die Investoren.2 Üblicherweise werden diese Informationen auch auf eigenen IR-Internetseiten der Unternehmen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gelten Unternehmenspräsentationen vor professionellem Anlegerpublikum (sog. Road Shows) sowie Einzelgespräche mit relevanten Anlegergruppen ebenfalls zu den strategischen IR-Instrumenten. Für Privatanleger gilt die Hauptversammlung als zentrales persönliches Kommunikationsmittel zum Management einer Aktiengesellschaft.3 Bei Immobilienfonds finden für institutionelle Investoren i.d.R. regelmäßige Sitzungen des Anlegerausschusses statt.
Die primäre Zielgruppe von Investor Relations sind die aktuellen und potentiellen Anleger eines Anlagevehikels (private und institutionelle Anleger). Angesprochen wird aber die gesamte „Financial Community“. Hierzu gehören Finanzjournalisten, Ratingagenturen, Analysten, Aufsichtsbehörden, Finanzierer, Finanzberater, Börsen usw. Diese Intermediäre, Meinungsbildner und Stakeholder haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung von Anlegern.4
Für Immobilienaktiengesellschaften und -fonds stellen die Instrumente von Investor Relations ein wesentliches Erfolgskriterium dar. Der Kapitalbedarf von Immobiliengesellschaften ist aufgrund der großen Anlagevolumina regelmäßig hoch. Zudem sind deutsche Immobilienaktiengesellschaften für private Investoren häufig noch eher unbekannt. Zum einen ist dies auf die teilweise geringe Marktkapitalisierung der Unternehmen zurückzuführen (geringer Bekanntheitsgrad). Zum anderen können sich private Anleger mit den Geschäftsmodellen von diesen Immobilienunternehmen oft wenig identifizieren, wodurch ein restriktiveres Investitionsverhalten in Immobilienaktien resultiert.
  • 1 Vgl. Piwinger, Manfred (2005): IR als Kommunikationsdisziplin. In: Kirchoff, Klaus Rainer; Piwinger, Manfred: Praxishandbuch Investor Relations. Das Standardwerk der Finanzkommunikation, 2. Aufl. Wiesbaden, S. 16-17.
  • 2 Vgl. Schneck, Ottmar (2007): Lexikon der Betriebswirtschaft, 7. Aufl. München, S. 474-475.
  • 3 Vgl. Piwinger, Manfred (2005): Instrumente und Strategien der Inszenierung. In: Kirchoff, Klaus Rainer; Piwinger, Manfred: Praxishandbuch Investor Relations. Das Standardwerk der Finanzkommunikation, 2. Aufl. Wiesbaden, S. 19-22.
  • 4 Vgl. Allgäuer, Jörg E.; Larisch, Matthias (2011): Public Relations von Finanzorganisationen. Ein Praxishandbuch für die externe und interne Kommunikation, Wiesbaden, S. 243.
© 2019 CORPUS SIREO
Swiss Life Asset Managers
http://www.corpus-sireo.com/de-de/glossar/investor-relations
: 17.06.2019