Investment Property

Anmerkung des Autors: Für diesen Begriff wurde eine allgemeine Definition verfasst. Sofern eine Definition nach IFRS bzw. IAS 40 gewünscht wird, muss die vorliegende Version überarbeitet werden.

Immobilien können aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Die leistungswirtschaftliche Perspektive umfasst die Aspekte der Planung, Entwicklung und des Betriebs von Immobilien sowie deren Vermarktung. Die Nutzerperspektive betrachtet Immobilien als notwendige Betriebsmittel im Leistungserstellungsprozess von Unternehmen oder zur Daseinsvorsorge privater Haushalte. Die Eigentümerperspektive betrachtet Immobilien als Kapitalanlagemöglichkeit zur Maximierung des eingesetzten Kapitals unter Berücksichtigung von Risiko und Liquidität.1 Dabei erfolgt die Abgrenzung nach den individuellen Zielen eines Investors.
Investment Properties – Immobilien, die als Kapitalanlage erworben und gehalten werden – erfüllen die Voraussetzungen der o.g. Eigentümerperspektive. Die Motivation der Kapitalanlage in Investment Properties liegt klar in der Erzielung einer attraktiven Rendite unter Berücksichtigung von Risiko und Liquidität. Investment Properties werden daher auch als Anlage-Immobilien oder Rendite-Immobilien bezeichnet. Das Ziel, die Maximierung des eingesetzten Kapitals, kann durch unterschiedliche Strategien verfolgt werden. Zum einen ist die Erzielung von Rendite durch die Vermietung oder Verpachtung des Anlageobjektes möglich (Buy and hold Strategie). Zum anderen können Immobilien gekauft werden, um sie zu einem späteren Zeitpunkt über dem Einstandswert zu veräußern. Solche Veräußerungsgewinne können durch wertsteigernde Maßnahmen wie Modernisierungen, Revitalisierungen, Umnutzungen oder durch ein aktives Asset Management erzielt werden.2 Aber auch ein sich positiv entwickelndes Marktumfeld kann zur Wertsteigerung einer Immobilie erheblich beitragen.
Grundsätzlich können sämtliche Nutzungsarten die Ziele von Investment Properties erfüllen. Üblicherweise werden allerdings Wohn- und Gewerbeimmobilien (z.B. Büro-, Einzelhandels-, Logistik-, Unternehmerimmobilien) für diese Zwecke erworben. Aber auch Spezialimmobilien wie Hotels, Kinos oder Freizeitparks werden gewöhnlich unter dem Aspekt der Renditeerzielung erworben.
Selbstgenutzte Immobilien, die dem Zweck des Wohnens oder zur Unterstützung des Kerngeschäfts von Unternehmen dienen, gelten hingegen nicht als Investment Properties. Zwar generieren sie ebenfalls einen Nutzen für den Eigentümer, allerdings liegt die Motivation des Käufers nicht primär in der Maximierung des eingesetzten Kapitals, sondern in einer effizienten Nutzung (Nutzerperspektive). Vielmehr wird davon ausgegangen, dass die jeweilige Immobilie betriebsbedingt angeschafft wurde oder um den individuellen Wohnwert eines Verbrauchers zu maximieren.3
  • 1 Vgl. Pfnür, Andreas (2011): Modernes Immobilienmanagement, 3. Aufl. Berlin, S. 8-224.
  • 2 Vgl. Investopedia (2015): Investment Property. Abrufbar im Internet. URL: http://www.investopedia.com/terms/i/investment-property.asp. Stand: 15.10.2015.
  • 3 Vgl. Pfnür, Andreas (2011): Modernes Immobilienmanagement, 3. Aufl. Berlin, S. 8-224.
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: 15.06.2019