Fondsstrukturierung

Unter Fondsstrukturierung versteht man die rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Gestaltung eines Fonds unter Berücksichtigung der Merkmale und Anforderungen der Fondsgesellschaft (Manageranforderungen) und der Prämissen der potenziellen Fondsinvestoren (Investorenanforderungen). Die Strukturierung oder auch Konzeption ist die erste Phase in der Wertschöpfungskette eines Immobilienfonds. Dabei sind auch die Interessen weiterer Stakeholder zu berücksichtigen. Die Fondsstrukturierung beginnt auf der Ebene der Anleger.
Mögliche, typische Investorenanforderungen an die Fondsstrukturierung sind u.a.:

 

  • Erfüllung einer bestimmten Rendite-/Risikoerwartung
  • Transparenz
  • Minimierung von Interessenskonflikten
  • Performanceorientierte Vergütung der Fondsmanager

Die bewusste Auswahl von Zielinvestoren beeinflusst die weitere Strukturierung des Fonds. So sind je nach gewünschtem Investorenkreis unterschiedliche Fondsvehikel auszuwählen. Ferner ist eine geeignete Gesellschaftsform zu wählen. Diese muss den Investmentzielen des Fonds und der Anleger entsprechen. Dabei bestehen insbesondere im internationalen Kontext wesentliche Unterschiede. Rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen sind der jeweiligen Fondsart entsprechend anzupassen. Hierbei unterstützen i.d.R. unterschiedliche Dienstleister, die im Bereich der Fondsstrukturierung tätig sind.
In der immobilienwirtschaftlichen Praxis wird die Fondsstrukturierung sowohl von den Fondsgesellschaften selbst als auch von dafür qualifizierten Dienstleistern umgesetzt. Zu nennen hierbei sind insbesondere Steuerberater, Rechtsanwälte und spezialisierte Beratungsunternehmen.1

  • 1 Vgl. Homann, Jörg (2011): Aufbau einer institutionellen Fondsstruktur. In: Schumacher, Chris-toph; Pfeffer, Tobias; Bäumer, Hubertus (Hrsg.): Praxishandbuch Immobilienfondsmanagement und -investment, Köln, S. 237-249.
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: 25.06.2019