Flurstück

Das Flurstück ist ein geometrisch eindeutig abgegrenzter Teil der Erdoberfläche. Es wird im Liegenschaftskataster mit einer Flurstücknummer genau bezeichnet. Flurstücke werden im Liegenschaftskataster als kleinste Buchungseinheit geführt und von Amts wegen gebildet.
Sie werden in der Flurkarte mit der jeweiligen Flurstücknummer abgebildet.1
Ein Grundstück im grundbuchrechtlichen Sinne besteht grundsätzlich aus einem oder mehreren Flurstücken. Demnach stellt ein Flurstück nicht zwangsläufig die Abgrenzung eines Grundstücks dar. Umgekehrt darf allerdings ein Flurstück nicht aus mehreren Grundstücken im Rechtssinne bestehen.
Flurstücke dürfen von Straßen, Wegen und Gewässern mit geringen Breiten durchbrochen werden. Dabei muss allerdings der örtliche Zusammenhang gewahrt werden.
Flurstücke müssen mit ihrer besonderen Nummer im Grundbuch angegeben werden. Maßgeblich ist dabei § 2 Abs. 2 Grundbuchordnung. Darin wird geregelt, dass Grundstücke in den Grundbüchern nach deren amtlichem Verzeichnis benannt werden müssen. Als amtliches Verzeichnis gilt das Liegenschaftskataster. Dieses ermöglicht das Auffinden der im Grundbuch angegebenen Grundstücke.2
Die Zusammenfassung verschiedener Flurstücke bezeichnet man als Flur.3
Der Begriff Flurstück wurde 1936 in Deutschland flächendeckend eingeführt. Zuvor verwendete man den Begriff der Parzelle in Anhalt, Bremen, Lübeck, Oldenburg, Preußen und Württemberg. Noch heute wird insbesondere in den süddeutschen Bundesländern häufig der Begriff der Parzelle verwendet. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Begriffe wie „Parzellieren“ als Synonym für die Bildung neuer Flurstücke bei der Aufteilung von Grundstücken in kleinere Grundstückseinheiten verwendet.4
  • 1 Vgl. Kleiber (2014): Verkehrswertermittlung von Grundstücken. Kommentar und Handbuch zur Ermittlung von Marktwerten (Verkehrswerten) und Beleihungswerten sowie zur steuerlichen Bewertung unter Berücksichtigung der ImmoWertV, 7. Aufl. Köln, S. 211.
  • 2 Vgl. Kleiber (2014): Verkehrswertermittlung von Grundstücken. Kommentar und Handbuch zur Ermittlung von Marktwerten (Verkehrswerten) und Beleihungswerten sowie zur steuerlichen Bewertung unter Berücksichtigung der ImmoWertV, 7. Aufl. Köln, S. 211.
  • 3 Vgl. Rosenbaum, Oliver (2008): Fachwörterbuch Grundstückswertermittlung, 4. Aufl. Stuttgart, S. 160.
  • 4 Vgl. Schaar, Hans-Wolfgang (2007): Flurkarte. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich (2007): Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 278-520.
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: 22.01.2019