Flurkarte

Die Flurkarte ist eine Einzelkarte des Katasterkartenwerks, in der die Flurstücke mit ihren Grenzen, Flurstücknummern und ggf. Nutzungsarten eingetragen sind.1
Sie wird im Liegenschaftskataster geführt. Dies ist eine staatliche Einrichtung des Vermessungs- und Katasterwesens. Im Kataster wird die gesamte Erdoberfläche des Staatsgebietes nach Gemarkungen, Fluren und Flurstücken aufgeteilt und beschrieben. Als Gemarkung können bestimmte Ortsteile bezeichnet werden, die sich aus verschiedenen Fluren zusammenstellen. Flure bestehen wiederum aus Flurstücken, was die kleinste selbstständige Buchungseinheit im Liegenschaftskataster darstellt.
Das Liegenschaftskataster besteht aus der Liegenschaftskarte und dem Liegenschaftsbuch. Im Liegenschaftsbuch – dem beschreibenden Teil des Katasters – werden zu jedem Flurstück die Sach- und Geometriedaten angegeben. Die Liegenschaftskarte besteht aus den einzelnen Flurkarten mit den jeweiligen Flurstücken. Durch die Angabe von Flurstücknummern ist jedes Flurstück klar abgegrenzt und in der Flurkarte definiert.2 Der Aufbau des Liegenschaftskatasters kann wie folgt dargestellt werden:

Abbildung: Liegenschaftskataster
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Jenn, Matthias (2009). Öffentliches Baurecht. In: Balensiefen, Gotthold; Bönker, Christian; Geiger, Norbert; Schaller, Wolfgang: Rechtshandbuch für die Immobilienpraxis. Erwerb, Entwicklung, Bestandshaltung, Vermarktung, München, S. 138.

Die Flurkarte stellt auch die Grenzzeichen, Gemarkungs- und Flurgrenzen, Lagebezeichnungen sowie oftmals auch die Grundrisse der Gebäude dar. Teilweise werden auch topografische Gegenstände abgebildet. Somit stellen die Flurkarten – von wenigen Ausnahmen abgesehen – den örtlichen Immobilienbestand nach vermessungstechnischer Aufnahme dar.3
Die Flurkarte wurde ursprünglich als Inselkarte geführt. Dabei waren vornehmlich Wege, Gewässergrenzen, Gewanngrenzen und Flurstückgrenzen abgebildet. Alle Flurstücke auf einer Karte bildeten eine „Insel“ auf der Kartenfläche.
Heute werden Flurkarten in der Regel als Rahmenkarten geführt. Nur noch selten sind sie als Inselkarten dargestellt (z.B. in ländlichen Gegenden). Bei der Rahmenkarte können beliebig viele Karten aneinandergefügt werden.
Eine weiterführende Entwicklung der Flurkarte stellt das Automatisierte Liegenschaftskataster (ALK) dar.4 Darin werden die Karten in digitaler Form zur Verfügung gestellt. Der Vorteil für den Nutzer besteht darin, dass sämtliche Karten in unterschiedlichen Maßstäben betrachtet werden können.5 Ferner müssen die Karten nicht über die jeweiligen Ämter angefragt werden, was eine schnellere Verfügbarkeit gewährleistet.
  • 1 Vgl. Schaar, Hans-Wolfgang (2007): Flurkarte. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich (2007): Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 278.
  • 2 Vgl. Bönker, Christian; Lailach, Martin (2009): Praxisleitfaden Immobilienrecht. Erwerb Finanzierung Bebauung und Nutzung, 2. Aufl. München, S. 43-44.
  • 3 Vgl. Schaar, Hans-Wolfgang (2007): Flurkarte. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich (2007): Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 278.
  • 4 Vgl. Rosenbaum, Oliver (2008): Fachwörterbuch Grundstückswertermittlung, 4. Aufl. Stuttgart, S. 20-161.
  • 5 Vgl. Rosenbaum, Oliver (2008): Fachwörterbuch Grundstückswertermittlung, 4. Aufl. Stuttgart, S. 20-161.
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: 18.09.2019