Buchwert

Buchwerte sind die Beträge, die in der Bilanz eines Unternehmens auf der Aktiv- und Passivseite ausgewiesen werden.1 Auf der Aktivseite bestehen diese aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, gegebenenfalls nach Abschreibungen (Absetzung für Abnutzung, AfA) oder Zuschreibungen.2
Sofern kaufmännische Buchführungspflichten bestehen, ist die Prüfung der Buchwerte eine Standardaufgabe, die bei Kapitalanlagegesellschaften einem konkreten Bewertungsprozedere unterliegen.3
Buchwerte werden jeweils schematisch zum Ende eines Buchungsjahres durch die handels- und steuerrechtlich zulässigen Abschreibungssätze verändert, sodass diese in der Regel nicht mit den tatsächlichen Zeit- bzw. Marktwerten der Wirtschaftsgüter übereinstimmen.4 Durch die Differenz zwischen Buchwert und Zeitwert entstehen stille Reserven bzw. stille Lasten, welche bei der Aufdeckung der Besteuerung unterliegen.5 Diese sogenannten Buchgewinne oder Buchverluste entstehen üblicherweise beim Verkauf des Unternehmens oder einzelner Wirtschaftsgüter wie Immobilien.6
Je nach verwendetem Rechnungslegungssystem (HGB, US-GAAP oder IFRS) kann der Buchwert zu unterschiedlichen Wertansätzen in der Bilanz führen.
Gemäß § 7 Abs. 4 EStG beträgt der steuerlich zulässige Abschreibungssatz bei Wohnimmobilien, die nach 1925 fertiggestellt wurden, derzeit 2 Prozent. Für Gebäude, die vor dieser Zeit fertiggestellt worden sind, beträgt er 2,5 Prozent. Für Gewerbeimmobilien, die nach 1985 fertiggestellt wurden, beträgt der Abschreibungssatz 3 Prozent. Beachtet werden muss in diesem Zusammenhang, dass nur die aufstehenden Gebäude, nicht aber der Grundstückwert der Abschreibung unterliegen.7 Die Abschreibung erfolgt nach der linearen Abschreibungsmethode.
Immobilien erfahren allerdings in der Realität, insbesondere in attraktiven Märkten, üblicherweise eher einen Wertzuwachs als einen Wertabschlag. Dies hängt damit zusammen, dass die Gesamtnutzungsdauer durch Modernisierung und Instandhaltung verlängert werden kann und dass Immobilien nicht nur nach deren substanziellen Werten, sondern hauptsächlich nach ihren zukünftig zu erwartenden Erträgen bewertet werden.
  • 1 Vgl. Bönker, Christian; Lailach, Martin (2009): Praxisleitfaden Immobilienrecht. Erwerb Finanzierung Bebauung und Nutzung, 2. Aufl. München, S. 96.
  • 2 Vgl. Arians, Georg; Pohl, Klaus (2007): Buchwert. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich (2007): Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 181.
  • 3 Vgl. Bönker, Christian; Lailach, Martin (2009): Praxisleitfaden Immobilienrecht. Erwerb Finanzierung Bebauung und Nutzung, 2. Aufl. München, S. 96.
  • 4 Vgl. Sailer, Erwin; Grabener, Henning J.; Matzen, Ulf (Hrsg.) (2014): Immobilien-Fachwissen von A-Z. Das Lexikon mit umfassenden Antworten und Erklärungen auf Fragen aus der Immobilienwirtschaft, 10. Aufl. Kiel, S. 236.
  • 5 Vgl. Arians, Georg; Pohl, Klaus (2007): Buchwert. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich (2007): Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 181.
  • 6 Vgl. Sailer, Erwin; Grabener, Henning J.; Matzen, Ulf (Hrsg.) (2014): Immobilien-Fachwissen von A-Z. Das Lexikon mit umfassenden Antworten und Erklärungen auf Fragen aus der Immobilienwirtschaft, 10. Aufl. Kiel, S. 236.
  • 7 Vgl. Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Herausgeber) (2015): Einkommensteuergesetz (EStG) § 7 Absetzung für Abnutzung oder Substanzverringerung. Abrufbar im Internet. URL: http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__7.html. Stand: 11.08.2015.
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: 20.06.2019