Bauantrag

Der Bauantrag leitet das Baugenehmigungsverfahren eines Bauvorhabens ein. Er ist vom Bauherrn schriftlich zu stellen und muss vom Entwurfsverfasser (i.d.R. Architekt oder Ingenieur) mit unterzeichnet werden. Der Bauantrag ist üblicherweise bei der Gemeinde zu stellen, die den Bauantrag mit einer Stellungnahme an die Bauaufsichtsbehörde weiterleitet. In einigen Bundesländern ist der Bauantrag direkt bei den Bauaufsichtsbehörden einzureichen.1
Dem Bauantrag sind die Bauvorlagen beizulegen. Diese umfassen sämtliche Unterlagen, die für die Bearbeitung und Beurteilung des Vorhabens notwendig sind.2 Dazu gehören unter anderem Bauzeichnungen, Berechnungen, Beschreibungen, Standsicherheitsnachweise, Wärmeschutznachweise, Schallschutznachweise usw.3 In den meisten Fällen müssen diese Unterlagen durch sogenannte Bauvorlagenberechtigte unterschrieben worden sein. Dabei handelt es sich üblicherweise um Architekten und Ingenieure. Für kleinere Wohngebäude, Garagen und sonstige untergeordnete Gebäude sind allerdings auch regelmäßig Personen berechtigt, die eine Meisterprüfung im Bauhandwerk absolviert haben.4
Sofern der Bauherr bzw. Antragsteller nicht Eigentümer des Grundstücks oder Erbbauberechtigter ist, ist in der Regel ein entsprechender Nachweis zu erbringen, dass der Bauherr zur Ausführung berechtigt ist. Auch mögliche Nachbarzustimmungen, die in einigen Bundesländern notwendig sind, müssen mit dem Bauantrag eingereicht werden.5
Nach Eingang des Bauantrags hat die Behörde den Bauantrag innerhalb einer Woche im Rahmen einer Vorprüfung zu untersuchen. Sofern die Bauvorlagen unvollständig oder mangelhaft eingereicht wurden, muss die Behörde den Bauantrag zurückweisen und dem Antragsteller Gelegenheit zur Stellungnahme gewähren. Sofern die Vorprüfung positiv ausfällt, hat die Bauaufsichtsbehörde die Antragsunterlagen an die Gemeinde zurückzuleiten. Durch den Zugehörigkeitsvermerk der Bauvorlagen erhalten diese im Falle einer Baugenehmigung Rechtsverbindlichkeit.6
Neben den Behörden, deren Aufgabenbereiche durch das Bauvorhaben tangiert sind, müssen die Gemeinden, die höhere Verwaltungsbehörde sowie die Nachbarn in das Baugenehmigungsverfahren einbezogen werden. Die Entscheidung über den Bauantrag wird in Form eines sog. Verwaltungsaktes erteilt.7
  • 1 Vgl, Bönker, Christian (2009): Öffentliches Baurecht. In: Balensiefen, Gotthold; Bönker, Christian; Geiger, Norbert; Schaller, Wolfgang: Rechtshandbuch für die Immobilienpraxis. Erwerb, Entwicklung, Bestandshaltung, Vermarktung, München, S. 61.
  • 2 Vgl. Keilich, Christian; Schneider, Hans-Josef (2014): Bauordnungsrecht. In: Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus: Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 1111-1112.
  • 3 Vgl. Danz, Hartmut (2007). Bauantrag. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich: Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 73.
  • 4 Vgl. Keilich, Christian; Schneider, Hans-Josef (2014): Bauordnungsrecht. In: Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus: Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 1111-1112.
  • 5 Vgl. Danz, Hartmut (2007). Bauantrag. In: Sandner, Siegfried; Weber, Ulrich: Lexikon der Immobilienwertermittlung, 2. Aufl. Köln, S. 73.
  • 6 Vgl. Bönker, Christian (2009): Öffentliches Baurecht. In: Balensiefen, Gotthold; Bönker, Christian; Geiger, Norbert; Schaller, Wolfgang: Rechtshandbuch für die Immobilienpraxis. Erwerb, Entwicklung, Bestandshaltung, Vermarktung, München, S. 61.
  • 7 Vgl. Keilich, Christian; Schneider, Hans-Josef (2014): Bauordnungsrecht. In: Usinger, Wolfgang; Minuth, Klaus: Immobilien, Recht und Steuern. Handbuch für die Immobilienwirtschaft, 4. Aufl. Stuttgart, S. 1111-1112.
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: 17.01.2019